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Bei Härteprüfung wird der mechanische Widerstand, den ein Körper dem Eindringen eines anderen Körpers entgegensetzt, gemessen. Bei Härteprüfung ist nicht nur der Widerstand gegen härtere Körper, sondern auch der Widerstand gegen weichere und gleich harte Körper, wichtig.
Die Definition der Härte ist anders als bei der Festigkeit, wo von der Widerstandsfähigkeit eines Stoffes gegenüber inneren oder äußeren Kräften gesprochen wird. Bei der Härte definiert man die Widerstandsfähigkeit eines Stoffes / Körpers, dem Eindringen eines anderen Stoffes / Körpers entgegenzuwirken.
Härteprüfung ist sehr Wichtig, die Härte eines Körpers lässt Rückschlüsse auf vielerlei Eigenschaften zu, wobei sich diese nach der Art des Körpers richten. Ein Beispiel ist das Verschleißverhalten. Harte Brillengläser zerkratzen weniger, harte Zahnräder nutzen sich langsamer ab. Bei der Auswahl von Werkzeugschneiden wie Fräskopf oder Drehmeißel ist die Härteprüfing von besonderer Bedeutung, denn harte Schneiden bleiben länger scharf.
Die Härte gehört mit der Risszähigkeit, Festigkeit, Duktilität, Steifigkeit, Dichte und der Schmelztemperatur zu den Werkstoffeigenschaften eines Werkstoffes. Deshalb ist Härteprüfung sehr gefragt.
Die Härte eines Werkstoffs hat nur bedingt etwas mit der Festigkeit des Werkstoffs zu tun, auch wenn die Festigkeit die Prüfverfahren zur Härteprüfung, die auf der Eindringtiefe verschiedener Prüfkörper beruhen, beeinflusst. Der Einfluss der Festigkeit kann durch die Härteprüfung auf dünnen Filmen zwar reduziert, aber nicht völlig vermieden werden.
In bestimmten Fällen steht die Härte eines Werkstoffs allerdings in einem umwertbaren Zusammenhang zur Werkstoff-Festigkeit. Dann kann durch die verhältnismäßig preiswerte Härteprüfung eine meist viel aufwendigere Zugprüfung ersetzt werden. Von praktischer Bedeutung ist die Möglichkeit, eine Umwertung der Brinell- oder Vickershärte auf die Zugfestigkeit von Baustählen vorzunehmen. Dadurch können beispielsweise bei Härteprüfung an Stahlkonstruktionen Materialverwechslungen nachgewiesen werden.
Härteprüfung und Härteskalen
Die Härte lässt sich nur durch den Vergleich von mehreren Werkstoffen oder Werkstoffzuständen ermitteln.
In der Werkstoffkunde, speziell bei den Metallen, wird vor allem Härteprüfung eingesetzt, welche die Eindringhärte misst. Dabei werden genormte Prüfkörper unter festgelegten Bedingungen in das Werkstück gedrückt. Im Anschluss wird die Oberfläche oder Tiefe des bleibenden Eindruckes gemessen. Prinzipiell unterscheidet man in statische und dynamische Härteprüfung. Die dynamische Härteprüfung bringt die Belastung des zu prüfenden Teiles schlagartig auf; bei den statischen Verfahren ist die Belastung gleich bleibend oder allmählich zunehmend. |